Pressebericht: DARC startet Amateurfunkkurs an der Steinbeisschule

Tuttlingen (sz) Tuttlingen - Sprech- und Datenfunk weltweit mit der Leistung einer Taschenlampe? Die Funkamateure vom DARC (Deutscher Amateur Radio Club) Tuttlingen bieten einen Lizenzkurs zur Teilnahme am Amateurfunkdienst an.
Als im vergangenen Jahr Landrat Stefan Bär zusammen mit Bürgermeister Rudolf Wuhrer (Denkingen) die Amateurfunk-Clubstation der Ortsverbände Tuttlingen und Rottweil auf dem Klippeneck besuchte, zeigte er sich von den Möglichkeiten und Leistungen der Funkamateure beeindruckt. In den Aktivitäten der Funkamateure erkannte der Landrat ein Potential, um vor allem junge Menschen für Technik zu begeistern. Er schlug vor, die Beruflichen Schulen des Landkreises in die Nachwuchsförderung einzubeziehen.
Damit rannte er in der Steinbeisschule Tuttlingen offene Türen ein, denn im Fachbereich Elektrotechnik lief unter der Leitung von Dirk Krause zu diesem Zeitpunkt bereits die Planung für eine Schulstation.
Deren grundlegender Aufbau ist abgeschlossen. Am 21.Oktober 2014 ging DK0FVS, so das Rufzeichen der Station, auf Kurzwelle „in die Luft“ und knüpfte erste Kontakte nach Irland und England. Die Station steht zukünftig Schülern offen, die entweder bereits lizenzierte Funkamateure sind oder als Interessenten unter Aufsicht erste Gehversuche im Funkbetrieb unternehmen möchten. Bei dem geplanten Lizenzkurs bietet die Station den Kursteilnehmern ideale Möglichkeiten, frühzeitig praktische Betriebserfahrungen zu sammeln.
Vermittelt werden in dem Kurs die nötigen elektrotechnischen Grundlagen, spezielle Fachkenntnisse rund um das Thema drahtlose Kommunikation sowie Betriebstechnik und Gesetzeskunde. Nach bestandener Prüfung bei der Bundesnetzagentur und der Zuteilung eines weltweit einmaligen Rufzeichens steht den Funkern das riesige Spektrum an Möglichkeiten des Amateurfunkdiensts zur Verfügung. Zum Beispiel: weltweite Funkverbindungen ohne Infrastruktur, Versand von E-Mails über die Luft ohne Internetanbindung, Senden und empfangen von eigenen Standbild- oder Fernsehübertragungen, Sprach- und Datenübertragung mit verschiedenen analogen und digitalen Betriebsarten über Bodenstationen oder eigene Satelliten, Funkkontakt mit den Astronauten der Internationalen Raumstation.
Alle an dem Kurs Interessierten, sind für Dienstag, 2. Dezember, 19Uhr zu einem unverbindlichen Infoabend in den Raum 219 der Ferdinand-von-Steinbeisschule in Tuttlingen eingeladen.

Gränzbote, 20.11.2014

Bernd Kleinsteinberg, Tobias Pötzsch, Markus Hüttermann, Dirk Krause, Uwe Krüger und Wolfgang Zwicker.
Bernd Kleinsteinberg, Tobias Pötzsch, Markus Hüttermann, Dirk Krause, Uwe Krüger und Wolfgang Zwicker.

Für wen ist der Kurs interessant?
Auszubildende oder Schüler aus Berufen mit elektrotechnischem Hintergrund, aber auch sonstige technisch Interessierte.

Was steht auf dem Programm?
Grundlagen der Elektrotechnik, erweiterte Kenntnisse aus der Nachrichtentechnik (Sende- Empfangstechnik, Übertragungstechnik analog/digital, Leitungen, Antennen, Wellenausbreitung), Betriebstechnik, Gesetzeskunde.

Mein Handy funkt auch.  Was ist der Unterschied?
Hier geht’s mehr um die Technik und das technisch-physikalische Experimentieren.
Von einfachen Selbstbaugeräten mit 30 Bauteilen bis zur Kommunikation über Satelliten und der ISS ist alles möglich. Und das kann das Handy nicht ;-). Außerdem: Es genügt schon mal eine relativ kleine Kiste und ein Draht für Verbindungen um die ganze Welt. Ein gutes gebrauchtes Kurzwellengerät ist ab EUR 300.- zu haben, Handfunkgeräte für UKW (Nahbereichskommunikation) gibt es bereits unter EUR 50.-. Somit kann man - samt Antenne - mit ca. EUR 500.- auskommen. Wer gerne selber baut, und sich auf Telegrafie beschränkt, kann schon mit 100 Euro Betrieb um die ganze Welt machen.

Interessiert? Dann …
mail an e-technik(ät)steinbeisschule(punkt)de