Elektrotechnik, Elektroschrott und Umweltschutz


Handy-Sammelaktion vom 02.05. - 20.05.22

Smartphones enthalten wertvolle Rohstoffe.
Es ist viel zu schade, wenn diese nur in Schubladen vergammeln, bis eure Enkel sie dann doch mal wegschmeißen. Daher beteiligen wir uns an der Sammelaktion des NaBu.
Schau mal in deine Schubladen, im Schrank, unterm Bett, ... und mach mit!

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Infoplakat zur Handysammelaktion
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Sammeln, warum? Hier steht's
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Wie läuft das ab?

  • Die Klassenlehrerinnen/Klassenlehrer vereinbarem im Zeitfenster vom 02.05. - 20.05 mit Euch einen Sammeltermin (z.B. bis zum Ende der Schulwoche), zu dem ihr eure Geräte mitbringt.
  • Achtung! Speicherkarten/SIM-Karten vor Abgabe entfernen und Gerätespeicher löschen!
  • Die Geräte werden in leeren Kopierpapier-Kartons gesammelt und zum zentralen Sammelort (Vorraum Büro Hausmeister) gebracht. Die Klassenlehrer holen sich dazu (am mit der Klasse vereinbarten Sammeltag) einen Karton im Vorraum Hausmeister ab.
  • Die Klasse und die Schülerin/Schüler mit den meisten gesammelten Geräten erhalten einen Preis.
  • Nach Ende der Sammelaktion wird die Gesamtanzahl der Geräte ermittelt, die Geräte verpackt und an den NABU gesendet.

 

Du willst mehr wissen ? Dann gibt's hier einen Haufen Infos:

  • Fakten zum Thema
  • Rechtliches: Das Elektrogesetz (ElektroG)
  • Sehenswertes (Videos)
  • Kompakte Infos verschiedener Organisationen
  • Persönlicher "CO2-Fußabdruck"
  • Reparieren statt Entsorgen
  • Repair Café
  • Was hat Google damit zu tun?
  • Unterrichtsmaterialien im Portal "Umwelt und Unterricht"
    sowie weitere Aufgaben, Denkanstöße
  • Filmtipp

Zum Thema Elektroschrott  kann man viele Bücher schreiben. Einerseits hilft die Elektrotechnik in vielen Prozessen und Anlagen bei der Verbesserung der Umweltbilanz, andererseits ist sie selbst ein massiv die Umwelt belastender Faktor. Dies gilt leider auch stark im Bereich des privaten Konsums, auf den hier der Schwerpunkt liegt. Denn unseren privaten Konsum können wir beeinflussen, die internationale Politik und Konzerne nicht.
Das Problem sind leider nicht so selten ..

...wir.

Quelle: Wikipedia
Quelle: Wikipedia

Wir haben uns daran gewöhnt...

  • ... alle zwei Jahre ein neues Smartphone zu kaufen. Die alten, meist noch voll funktionsfähig, liegen in der Schublade, bis sie "entsorgt" werden. Gerne dann auch im Hausmüll.

  • ... PC, Notebook, Tablets und Drucker nur selten länger als 5 Jahre zu nutzen, da sie dann "veraltet" sind oder sich aufgrund der Konstruktion nicht reparieren lassen. Auch das am meisten genutzte Betriebssystem Windows sorgt mit der Steigerung der Ansprüche an die Hardware von Version zu Version dafür, dass diese dann eben "veraltet" ist und ersetzt werden "muss".

  • ... billige Unterhaltungselektronik aus China zu importieren, die oft ebenfalls nach wenigen Jahren im Müll landet. Gleichzeitig lasten wir China hohe CO2-Emissionen an, die wir massiv mit verursachen.

Ein paar Fakten zum Thema Elektroschrott...

  • 2016 erreichte der weltweite Elektroschrott die Masse von 53,6 Millionen Tonnen. (Quelle: Global-E-Waste Statistics Partnership)
  • 2030 könnte, bei weiter gleichem Konsum, die Menge bereits bei über 74 Millionen Tonnen liegen.
  • Da Recycling in Europa teurer ist, schaffen viele Firmen Elektroschrott illegal nach Afrika.
  • Laut einem WHO-Bericht arbeiten 18 Millionen Kinder weltweit unter katastrophalen Bedingungen auf Müllkippen und "entsorgen" dort unseren Elektroschrott (siehe Video).
  • Nur 17% des weltweiten Elektroschrotts werden tatsächlich sachgerecht verwertet.
  • Wie sieht es bei uns aus?
    Nicht gut. Deutschland hat seine Sammelquote deutlich verfehlt.
    Andere Staaten weisen auf Grund verbraucherfreundlicherer Rücknahmemöglichkeiten deutlich höhere Sammelmengen als Deutschland auf. Wir liegen mit einer Sammelmenge von 8,6 Kilogramm pro Einwohner knapp über dem EU-Durchschnitt, aber deutlich hinter Ländern wie Schweden mit einer Sammelmenge von 14 Kilogramm pro Einwohner oder Großbritannien mit 14,7 Kilogramm pro Einwohner.
    (Quelle: NABU)

Rechtliches: Das Elektro-Gesetz

Worum handelt es sich hier und was ist das Ziel?
Quelle: Bundesministerium für Umwelt-, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV), früher Umweltbundesamt (BMU)

Ziel des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG) ist der Schutz von Umwelt und Gesundheit. Zusätzlich soll es helfen, natürliche Ressourcen zu schonen. Grundlegende Voraussetzung dafür ist es, Abfälle zu vermeiden und möglichst effizient zu verwerten. Das ElektroG verpflichtet u.a. die Hersteller, Verantwortung für den gesamten Lebenszyklus ihrer Produkte zu übernehmen.

Was bedeutet das für uns als "Verbraucher"?

Die Verbraucherinnen und Verbraucher sind verpflichtet, ihre ausrangierten Elektro- und Elektronikgeräte separat vom Hausmüll zu entsorgen. Hierzu können sie diese kostenlos bei den kommunalen Sammelstellen abgeben. Alternativ können sie ein Rücknahmesystem der Hersteller oder Vertreiber von Elektro- und Elektronikgeräten nutzen.

Sehenswertes zum Thema...

Filmbeschreibung (Quelle: YouTube)
„Sodom“ nennt man den Teil der ghanaischen Hauptstadt Accra, den nur jene betreten, die unbedingt müssen. Die Deponie ist Endstation für Computer, Monitore und anderen Elektroschrott aus Europa und aller Welt. Rund 250.000 Tonnen ausrangierte Computer, Smartphones, Drucker und andere Geräte aus einer weit entfernten, elektrifizierten und digitalisierten Welt gelangen Jahr für Jahr hierher.

Zur Filmwebsite.


Kurze Dokumentation zum Film, und ein Interview mit dem Regisseur, Florian Weigensamer.
"Wir haben uns überlegt, wie das Leben am Ende unserer Luxuswertschöpfungskette aussieht. Diesen Ort dort haben wir (Menschen) erschaffen, Ihre Lebensumstände haben wir erschaffen und wir halten diese Feuer dort auch am lodern..."

 


Noch ein Filmtipp zum größeren Thema Armut und Ungleichheit.
"Den Reichen ist Ungleichheit egal. Es kümmert sie nicht."

Kompakte Infos:

  • Zusammenstellung des NABU zum Thema mit vielen Fakten.
    "Was ist so gefährlich an Elektroschrott? Wer nimmt alte E-Geräte zurück? Und wie funktioniert das Recycling? Wir beantworten die zehn wichtigsten Fragen rund um das Thema Recycling von Elektroschrott."

  • Planet Wissen:
    "Von den Millionen Handys, die jährlich in Deutschland verkauft werden, finden gerade einmal fünf Prozent den Weg ins Recycling."

  • Offizielle Infos des Umwelt-Bundeamtes mit vielen weiteren Links:
    "Alle Vertreiber (Händler) mit einer Verkaufsfläche für Elektrogeräte von mindestens 400 Quadratmetern müssen kleine Elektroaltgeräte mit einer Kantenlänge von bis zu 25 cm (z.B. Handys, Toaster, Fernbedienungen) grundsätzlich kostenlos zurücknehmen."

  • Auch der VDE äußert sich zum Thema:
    "Elektroschrott ist ein wachsendes Problem. Fast jeder Deutsche wirft nach aktuellen Schätzungen bis zu 22,8 kg Elektroschrott jährlich weg. Hochgerechnet sind dies 1,7 Mio. Tonnen pro Jahr (Stand: 2016). Da es für diesen keine gesonderte Hausentsorgung gibt und er auf keinen Fall in den Hausmüll darf, geben wir Ihnen hier Tipps und Infos zur fachgerechten Entsorgung."

Lampenentsorgung: welche, warum?

Die klassische Glühlampe ist schon seit Jahren "out", wurde zuerst durch "Energiesparlampen"  (technisch: Kompakt-Leuchtstofflampen) ersetzt und nun schließlich durch LED. Die LED-Lampen enthalten zwar im Gegensatz zu den Energiesparlampen kein Quecksilber, haben aber eine integrierte Elektronik, die ebenfalls nichts im Hausmüll zu suchen hat.
Auf der Seite von Lightcycle findet sich eine gute Übersicht zum Thema und was bei welchen Lampen zu beachten ist (pdf).

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infografik_lampentypen_druck.pdf
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Persönlicher CO2-Fußabdruck

Ein Fußabdruck ist das, was man beim Laufen auf weichem Boden hinterlässt. Wer hätte das gedacht ;-).
Aber auch mit unserem Lebensstil hinterlassen wir etwas, wie oben zu sehen ist: CO2, Müll. Mit dem CO2-Rechner des Umweltbundesamtes kann man seine eigene CO2-Bilanz im Verhältnis zum deutschen Durchschnitt ermitteln.
Folgende Bereiche werden dabei berücksichtigt:

  • Wohnen
  • Strom
  • Mobilität
  • Ernährung
  • sonstiger Konsum

Der Deutsche verursacht im Schnitt 11,17t CO2 pro Jahr. Wie viel ist es bei dir?

Auch lesenswert: Die Infobroschüre des BMVU - Auszug:

Viele eingefahrene Strukturen und lieb gewordene Verhaltensweisen müssen auf den Prüfstand gestellt
werden: Passt der staatlich gesetzte Rahmen? Wie können Unternehmen nachhaltiger produzieren? Benötigen wir Einwegartikel wie Coffee-to-go-Becher
oder Plastikteller? Müssen wir schwere Autos mit hohem Materialverbrauch
besitzen? Müssen wir schnellen Trends folgen und jede Saison unseren Kleiderschrank erneuern? Jedem fällt etwas zu dem Thema ein und der Katalog der
Fragen scheint endlos.

Reparieren statt entsorgen

Warum steigt die Menge an Elektroschrott weiter an?

  • Geräte werden von den Herstellern - absichtlich - so gebaut, dass Reparaturen nur schwer bis unmöglich sind.
  • Dazu kommt das Verhalten einiger Hersteller, wie z.B. Apple, die Reparaturen durch Dritte verhindern wollen. So führte Apple einen Prozess gegen einen kleinen Norwegischen Betrieb um die dortige Reparatur von I-Phones zu verbieten. Doch das "Recht auf Reparatur" scheint sich langsam durchzusetzen - mehr dazu im Artikel auf 1e9.
  • Ein besonderes Problem sind hier Geräte, bei denen sich die Batterien (Akkus) nicht austauschen lassen. Ist der Akku defekt, dann ist das Gerät Schrott.


Die EU leistet beim Thema "Reparaturfähigkeit" inzwischen einen positiven Beitrag:

Kühlschränke, Spülmaschinen, Waschmaschinen, Fernseher und weitere Produkte müssen ab dem 1. März strengere Anforderungen an die Reparierbarkeit erfüllen. Ab dann werden die EU-weit vereinbarten neuen Ökodesign-Regeln angewendet. Die Hersteller müssen demnach künftig Ersatzteile über einen bestimmten Zeitraum vorhalten und die betreffenden Produkte so gestalten, dass Komponenten mit herkömmlichen Werkzeugen zerstörungsfrei auseinandergebaut werden können. Auch müssen Reparaturinformationen mitgeliefert werden. Das Ziel der neuen Regelungen im Rahmen der Ökodesign-Richtlinie ist es, dass Produkte eine längere Lebensdauer haben.

Quelle der vollständigen Nachricht: Bundesministerium für Umwelt. und Verbraucherschutz (BMUV)

Die Initiative Runder Tisch Reparatur setzt sich genau dafür ein.

Indem die Reparatur wieder zu einem normalen Bestandteil des Alltags und des Wirtschaftslebens wird, nutzen wir unsere Ressourcen länger und nachhaltiger. Wir setzen uns intensiver mit dem auseinander, womit wir uns täglich umgeben und erweitern unser Wissen und unsere Fähigkeiten. Und wir unterstützen lokale Handwerksbetriebe.

Wie das umgesetzt werden kann, und wie die Forderungen an die Politik lauten,
steht hier.

Die Initiative Repair.EU ist der "internationale Teil" der Reparaturbewegung.
Die "Geplante Obsoleszenz", englisch "Planned Obsolescence" ist dabei der inzwischen ebenso international genutzte Begriff für die Tatsache, dass Dinge und Geräte so gebaut werden, dass sie nach einer bestimmten Zeit "geplant kaputt gehen".


Repair Café

Reparieren lassen, aber wo? Oder auch mal selber reparieren?
Seit einigen Jahren gibt es dafür so genannte Repair Cafés.
Aber was ist ein Repair Café?

"Repair Cafés sind ehrenamtliche Treffen, bei denen die Teilnehmer alleine oder gemeinsam mit anderen ihre kaputten Dinge reparieren. An den Orten, an denen das Repair Café stattfindet, ist Werkzeug und Material für alle möglichen Reparaturen vorhanden. Zum Beispiel für Kleidung, Möbel, elektrische Geräte, Fahrräder, Spielzeug und vieles mehr. Auch sind kundige ehrenamtliche Helfer anwesend, die Reparaturkenntnis und – fertigkeiten auf verschiedenen Gebieten mitbringen."

Hier gibt es das Starterpaket für Schulen.

Auf der Website selbst gibt es Reparaturanleitungen sowie Links zu Seiten mit weiteren Hilfen. Auch bei YouTube findet man inzwischen hunderte Videos, die Reparaturen von vielen Geräten/Dingen zeigen - z.B. die Reparatur der Fensterheber beim Golf 5 ;-).

Was hat Google mit dem Thema Reparatur zu tun?

"Seit mehreren Monaten blockiert Google die Werbeanzeigen freier Reparaturbetriebe – im Gegensatz zu denen von Herstellern und deren autorisierten Werkstätten. Im Juni wandte sich der Runde Tisch Reparatur, unterstützt von vielen weiteren Organisationen und Reparaturbetrieben, deshalb an die Wettbewerbsdirektion der EU-Direktion, um auf das Verhalten Googles aufmerksam zu machen."

Die großen Tech-Konzerne  unterstützen sich hier offenbar - im Negativen.
Zum ganzen Beitrag.

Materialien, Aufgaben, Denkanstöße

Materialien im Portal "Umwelt im Unterricht"

Umwelt im Unterricht bietet vielfältige Materialien an. Auch zu diesem Thema gibt es aktuelle Beiträge:
Secondhand, Vintage, Refurbished – Ist Gebrauchtes besser für die Umwelt?

Weitere Vorschläge zur Umsetzung im Unterricht

Entsorgungswege im Landkreis Tuttlingen:

  1. Welche Möglichkeiten gibt es - was kann also wo entsorgt werden?
    Wo kann man sich darüber informieren und wo kann ich z.B. bei Bedarf einen Abfuhrtermin anmelden?
  2. Gibt es Informationen über den weiteren Weg der gesammelten Materialien?
  3. Nenne drei Gegenstände, die keinesfalls im Hausmüll entsorgt werden dürfen.

Geräte mit Akkubetrieb:

  1. Die sehr leistungsfähigen Lithium-Ionen-Akkus sind inzwischen allgegenwärtig.
    Nenne 5 Beispiele für Geräte, in denen sie zu finden sind.
  2. Nenne zwei Probleme, die sich aus deren Nutzung ergeben.
  3. Recherchiere, welchen technologischen Stand aktuell das Recycling von Lithium-Ionen.Akkus hat und ob es bereits großtechnische Anlagen für das Recyceln gibt.

Persönliches Konsumverhalten:

  1. Wie lange benutzt du im Schnitt dein Smartphone?
  2. Wie viele Geräte hast du Zuhause in der Schublade liegen?
  3. Erstelle deinen persönlichen CO2-Fußabdruck (siehe oben).
  4. In welchen Bereichen (wenn überhaupt) könntest du dir vorstellen, in Zukunft deinen "Abdruck" zu verkleinern?
  5. Mache einen Spaziergang im größeren Radius um die Schule (z.B: bis EDEKA, Burger King, Skater-Park, ,,,) und fotografiere den Müll, der zu finden ist.
    Präsentation anschließend in der Klasse.
  6. Du bist jung und die Zukunft gehört dir.
    Nenne die aus deiner Sicht drei größten Probleme, wenn du an diese Zukunft denkst.

Filmtipp: Kaufen für die Müllhalde

Der preisgekrönte Film zeigt auf, dass die "Geplante Obsoleszenz" schon in den 30er-Jahren von den Firmen genutzt wurde um Produkte schneller altern und "sterben" zu lassen. Was zuerst die Glühlampe war, sind heute vorwiegend elektronische Geräte.
Der Beitrag von ARTE ist komplett auf YouTube verfügbar und sehenswert.

"Die Dokumentation wirft einen kritischen Blick auf die Entstehung der heutigen Konsumgesellschaft. Es wird erklärt was "geplante Obsoleszenz" ist und wie dadurch unser enormes (Wirtschafts-)Wachstum erst möglich wurde. Doch unbegrenztes Wachstum ist in einer begrenzten Welt nicht möglich, und so zeigt der Film gegen Ende Alternativen und Lösungswege auf, die uns hoffentlich eines Tages aus diesem Dilemma heraushelfen werden."