Elektrotechnik und Umweltschutz

Schnelle Übersicht:

  • Fakten zum Thema
  • Rechtliches: Das Elektrogesetz (ElektroG)
  • Sehenswertes (Videos)
  • Kompakte Infos verschiedener Organisationen
  • Persönlicher "CO2-Fußabdruck"
  • Aufgaben, Denkanstöße

Zur Überschrift kann man viele Bücher schreiben - so umfangreich ist das Thema. Einerseits hilft die Elektrotechnik in vielen Prozessen und Anlagen bei der Verbesserung der Umweltbilanz, andererseits ist sie selbst ein massiv die Umwelt belastender Faktor. Dies gilt leider auch stark im Bereich des privaten Konsums, auf den hier der Schwerpunkt liegt. Denn unseren privaten Konsum können wir beeinflussen, die internationale Politik und Konzerne nicht.
Das Problem sind leider nicht so selten ..

...wir.

Quelle: Wikipedia
Quelle: Wikipedia

Wir haben uns daran gewöhnt...

  • alle zwei Jahre ein neues Smartphone zu kaufen. Die alten, meist noch voll funktionsfähig, liegen in der Schublade, bis sie "entsorgt" werden.
  • PC, Notebook, Tablets und Drucker nur selten länger als 5 Jahre zu nutzen, da sie dann "veraltet" sind oder sich aufgrund der Konstruktion nicht reparieren lassen.
  • billige Unterhaltungselektronik aus China zu importieren, die oft ebenfalls nach wenigen Jahren im Müll landet. Gleichzeitig lasten wir China hohe CO2-Emissionen an, die wir massiv mit verursachen.

Ein paar Fakten zum Thema Elektroschrott...

  • 2016 erreichte der weltweite Elektroschrott die Masse von 53,6 Millionen Tonnen. (Quelle: Global-E-Waste Statistics Partnership)
  • 2030 könnte, bei weiter gleichem Konsum, die Menge bereits bei über 74 Millionen Tonnen liegen.
  • Da Recycling in Europa teurer ist, schaffen viele Firmen Elektroschrott illegal nach Afrika.
  • Laut einem WHO-Bericht arbeiten 18 Millionen Kinder weltweit unter katastrophalen Bedingungen auf Müllkippen und "entsorgen" dort unseren Elektroschrott (siehe Video).
  • Nur 17% des weltweiten Elektroschrotts werden tatsächlich sachgerecht verwertet.
  • Wie sieht es bei uns aus?
    Andere Staaten weisen auf Grund verbraucherfreundlicherer Rücknahmemöglichkeiten deutlich höhere Sammelmengen als Deutschland auf. Wir liegen mit einer Sammelmenge von 8,6 Kilogramm pro Einwohner knapp über dem EU-Durchschnitt, aber deutlich hinter Ländern wie Schweden mit einer Sammelmenge von 14 Kilogramm pro Einwohner oder Großbritannien mit 14,7 Kilogramm pro Einwohner.
    (Quelle: NABU)

Rechtliches: Das Elektro-Gesetz

Worum handelt es sich hier und was ist das Ziel?
Quelle: Umwelt.Bundesamt (UBA)


Ziel des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG) ist der Schutz von Umwelt und Gesundheit. Zusätzlich soll es helfen, natürliche Ressourcen zu schonen. Grundlegende Voraussetzung dafür ist es, Abfälle zu vermeiden und möglichst effizient zu verwerten. Das ElektroG verpflichtet u.a. die Hersteller, Verantwortung für den gesamten Lebenszyklus ihrer Produkte zu übernehmen.

Was bedeutet das für uns als "Verbraucher"?

Die Verbraucherinnen und Verbraucher sind verpflichtet, ihre ausrangierten Elektro- und Elektronikgeräte separat vom Hausmüll zu entsorgen. Hierzu können sie diese kostenlos bei den kommunalen Sammelstellen abgeben. Alternativ können sie ein Rücknahmesystem der Hersteller oder Vertreiber von Elektro- und Elektronikgeräten nutzen.

Sehenswertes zum Thema...

Filmbeschreibung (Quelle: YouTube)
„Sodom“ nennt man den Teil der ghanaischen Hauptstadt Accra, den nur jene betreten, die unbedingt müssen. Die Deponie ist Endstation für Computer, Monitore und anderen Elektroschrott aus Europa und aller Welt. Rund 250.000 Tonnen ausrangierte Computer, Smartphones, Drucker und andere Geräte aus einer weit entfernten, elektrifizierten und digitalisierten Welt gelangen Jahr für Jahr hierher.


Kurze Dokumentation zum Film, und ein Interview mit dem Regisseur, Florian Weigensamer.
"Wir haben uns überlegt, wie das Leben am Ende unserer Luxuswertschöpfungskette aussieht. Diesen Ort dort haben wir (Menschen) erschaffen, Ihre Lebensumstände haben wir erschaffen und wir halten diese Feuer dort auch am lodern..."

 

Kompakte Infos:

  • Zusammenstellung des NABU zum Thema mit vielen Fakten.
    "Was ist so gefährlich an Elektroschrott? Wer nimmt alte E-Geräte zurück? Und wie funktioniert das Recycling? Wir beantworten die zehn wichtigsten Fragen rund um das Thema Recycling von Elektroschrott."

  • Planet Wissen:
    "Von den Millionen Handys, die jährlich in Deutschland verkauft werden, finden gerade einmal fünf Prozent den Weg ins Recycling."

  • Offizielle Infos des Umwelt-Bundeamtes mit vielen weiteren Links:
    "Alle Vertreiber (Händler) mit einer Verkaufsfläche für Elektrogeräte von mindestens 400 Quadratmetern müssen kleine Elektroaltgeräte mit einer Kantenlänge von bis zu 25 cm (z.B. Handys, Toaster, Fernbedienungen) grundsätzlich kostenlos zurücknehmen."

  • Auch der VDE äußert sich zum Thema:
    "Elektroschrott ist ein wachsendes Problem. Fast jeder Deutsche wirft nach aktuellen Schätzungen bis zu 22,8 kg Elektroschrott jährlich weg. Hochgerechnet sind dies 1,7 Mio. Tonnen pro Jahr (Stand: 2016). Da es für diesen keine gesonderte Hausentsorgung gibt und er auf keinen Fall in den Hausmüll darf, geben wir Ihnen hier Tipps und Infos zur fachgerechten Entsorgung."

Lampenentsorgung: welche, warum?

Die klassische Glühlampe ist schon seit Jahren "out" und wurde zuerst durch "Energiesparlampen"  (technisch: Kompakt-Leuchtstofflampen) ersetzt und nun durch LED. Die LED-Lampen enthalten zwar im Gegensatz zu den Energiesparlampen kein Quecksilber, haben aber dennoch eine integrierte Elektronik, die ebenfalls nichts im Hausmüll zu suchen hat.
Auf der Seite von Lightcycle findet sich eine gute Übersicht zum Thema und was bei welchen Lampen zu beachten ist (pdf).

infografik_lampentypen_druck.pdf
Adobe Acrobat Dokument 353.0 KB

Persönlicher CO2-Fußabdruck

Ein Fußabdruck ist das, was man beim Laufen auf weichem Boden hinterlässt. Wer hätte das gedacht ;-).
Aber auch mit unserem Lebensstil hinterlassen wir etwas, wie oben zu sehen ist: CO2, Müll. Mit dem CO2-Rechner des Umweltbundesamtes kann man seine eigene CO2-Bilanz im Verhältnis zum deutschen Durchschnitt ermitteln.
Folgende Bereiche werden dabei berücksichtigt:

  • Wohnen
  • Strom
  • Mobilität
  • Ernährung
  • sonstiger Konsum

Der Deutsche verursacht im Schnitt 11,17t CO2 pro Jahr. Wie viel ist es bei dir?

Aufgaben, Denkanstöße:

Entsorgungswege im Landkreis Tuttlingen:

  1. Welche Möglichkeiten gibt es - was kann also wo entsorgt werden?
    Wo kann man sich darüber informieren und wo kann ich z.B. bei Bedarf einen Abfuhrtermin anmelden?
  2. Gibt es Informationen über den weiteren Weg der gesammelten Materialien?
  3. Nenne drei Gegenstände, die keinesfalls im Hausmüll entsorgt werden dürfen.

Geräte mit Akkubetrieb:

  1. Die sehr leistungsfähigen Lithium-Ionen-Akkus sind inzwischen allgegenwärtig.
    Nenne 5 Beispiele für Geräte, in denen sie zu finden sind.
  2. Nenne zwei Probleme, die sich aus deren Nutzung ergeben.
  3. Recherchiere, welchen technologischen Stand aktuell das Recycling von Lithium-Ionen.Akkus hat und ob es bereits großtechnische Anlagen für das Recyceln gibt.

Persönliches Konsumverhalten:

  1. Wie lange benutzt du im Schnitt deine Smartphones?
  2. Wie viele Geräte hast du Zuhause in der Schublade liegen?
  3. Erstelle deinen persönlichen CO2-Fußabdruck (siehe oben).
  4. In welchen Bereichen (wenn überhaupt) könntest du dir vorstellen, in Zukunft deinen "Abdruck" zu verkleinern?
  5. Mache einen Spaziergang im größeren Radius um die Schule (z.B: bis EDEKA, Burger King, Skater-Park, ,,,) und fotografiere den Müll, der zu finden ist.
    Präsentation anschließend in der Klasse.
  6. Du bist jung und die Zukunft gehört dir.
    Nenne die aus deiner Sicht drei größten Probleme, wenn du an diese Zukunft denkst.